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Pfarreiengemeinschaft Hochspessart

Heigenbrücken, Heinrichsthal, Jakobsthal und Wiesen

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Die Kirchen

Die Menschen in Heigenbrücken hatten ihre Kirche nicht immer im Dorf und im Zentrum ihrer Gemeinde. Früher mussten weite Wege zurückgelegt werden, um Gottesdienste zu besuchen, die Sakramente zu empfangen oder die letzte Ruhestätte zu finden. Was uns heute so selbstverständlich erscheint, ist erst seit gut 100 Jahren möglich und gewachsen. Es hat den Einsatz vieler Kräfte und eines guten Segens von oben bedurft. Daran können wir sehen, wie wichtig den Heigenbrückenern damals ihr Glaube und die Kirche, nicht nur das Haus, sondern auch die Zugehörigkeit zum Volk Gottes war. Lassen wir uns von unserer Geschichte und von den Menschen, die sich von Anfang an intensiv in den Dienst unserer Kirche gestellt haben, inspirieren und motivieren. Machen wir uns geistig und motiviert auch heute auf den Weg.

Die Anfänge

Im Januar 1477 hat der Mainzer Kurfürst Diether von Isenburg Wiesthal zur Pfarrei erhoben. In der Stiftungsurkunde werden Rothenbuch, Neuhütten, Habichsthal und Heigenbrücken als zur Pfarrei gehörend erwähnt

In den Jahren 1599/1600 wurde in Wiesthal eine neue Kirche erbaut. Wiesthal war über Jahrhunderte das pastorale Zentrum für die oben genannten Orte. Hier konnten die Einwohner den Gottesdienst besuchen, die Sakramente empfangen, hierhin brachten sie ihre Toten zur Bestattung. Die Waldabteilungen ‘Pfarrweg’ und ‘Totenweg’ erinnern noch heute an diese Verbindung Heigenbrückens mit Wiesthal.

Das erste Kirchlein

In einer undatierten Notiz im Pfarrarchiv Heigenbrücken ist die ‘Nachricht an Unsere Kinder und Nachkömmlinge von dem Anfang und Fortgang Der S. Wendelini-Kirche allhier zu Heigenbrücken Wie wir dieselbe Anno 1710 angefangen zu bauen, glücklich mit der Hülfe Gottes in Stand gebracht, also daß jetzt bey Uns der Gottesdienst durch den Herrn Caplan von Wießthal an Sonn- u. Feyertagen gehalten wird; in Hoffnung, Unsere Kinder und Nachkömmling werden es so fortführen u. Unser nach Unserem Tode nicht vergessen, sondern in ihrem Gebet in dieser Kirche eingedenk seyn’ enthalten.

In der gleichen Notiz wird als Schultheiß von Heigenbrücken Jakob Kunkel genannt und 43 Haushaltsvorstände, dazu ‘Die damahlige ledige Mannschaft, so ihre Eygene Güther hatten’ mit zwanzig Namen.

Der Bau dieser ersten Heigenbrückener Kirche im Jahre 1730 geht wohl auf das Jahr 1722 gemachte Versprechen zurück, den Tag des hl. Wendelin auf 20 Jahre zu feiern, weil eine Viehseuche grassierte und danach Heigenbrücken verschont blieb. Diese erste Kirche stand am heutigen Lindenplatz.

Für den Bau und die Ausstattung wurden 539 fl u. 28 Kr aufgewendet. Nach Fertigstellung des Dorfplatzes wird eine Tafel am neuen Brunnen an den Standort dieser Kirche erinnern.

Am 11. November 1821 wurde dann ein eigener Friedhof in Heigenbrücken errichtet, so dass die Toten nicht mehr nach Wiesthal gebracht werden mußten. Dieser Friedhof wurde 1869 erweitert und am 9. Mai durch Pfr. Hebling geweiht. Von dieser Erweiterung wird angemerkt, dass sie dem Tunnel gegenüber gelegen sei.

Der Neubau

Die 1730 errichtete Wendelinus-Kirche war im Laufe der Zeit so baufällig geworden, dass sich ab 1842 die Baufrage stellte. Ein An- bzw. Erweiterungsbau zur alten Kirche wurde vom Kgl. Bauamt für Unterfranken und Aschaffenburg abschlägig beschieden, so dass ein Neubau ins Auge gefasst wurde. Die Kirche war aber nicht nur äußerst baufällig, sie war auch für die damals 778 Einwohner zählende Gemeinde zu klein. Davon waren 184 Werktagsschüler, also gottesdienstpflichtig. Das erste Hindernis für den Neubau war allerdings die Finanzierung, die mit 55.000 Mk veranschlagt war. ‘Im Jahre 1879 wurde von der hohen Kgl. Staatsregierung Bayerns in gerechter Anerkennung und Würdigung der Bedürfnißfrage auf ein allerunterthänigstes Gesuch der Gemeinde und Kirchenverwaltung eine Collekte in den sämtlichen katholischen des Königreiches allergnädigst bewilligt, welche 1882 zum Vollzuge gelangte und ein Ergebnis von 20.148,16 Mk lieferte.’

Weitere finanzielle Mittel kamen von der Kammer der Abgeordneten, von der hohen Kgl. Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg, dazu ein Darlehen in Höhe von 6.000,- Mk aus dem Kgl. Pfarrfond und von hochherzigen Spendern.

1885 wurde der Platz für die neue Kirche angekauft. 1890/91 die auf dem Bauplatz stehenden Wohnungen und Stallungen beseitigt und am Mittwoch, dem 21. Oktober 1891 der erste Spatenstich für den Neubau getan. Am 8. Mai 1892 erfolgte die Grundsteinlegung, dessen Segnung der Pfarrer Josef Dittmann im Beisein der Pfarrer der Umgebung vornahm. 1893 war die Kirche fertiggestellt und zunächst benediziert; feierlich konsekriert wurde sie allerdings erst am 7. Mai 1903 durch den Bischof von Würzburg. Auch damals scheint die Spessartgemeinde Heigenbrücken noch Spenden von anderen Kirchengemeinden erhalten zu haben. So steht auf dem Fuß eines Messkelchs eingraviert: ‘Geschenk von Wohltätern aus Gerolzhofen 1904’.

Der Weg zur Pfarrei

Nach langen Hin und Her um den Bau eines Pfarrhauses wurde mit Bischöflicher Genehmigung vom 30. Januar 1911 Heigenbrücken zur Localkaplanei erhoben. Erster Expositus war Caplan Sauer von Wiesthal. Am 10. Juli 1916 wurde die Errichtung der Pfarrei Heigenbrücken von der Kgl. Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg bekannt gegeben. Schon am 18. Januar 1916 wurde die Expositur Heigenbrücken aus dem Dekanat Lohr ins Dekanat Aschaffenburg umgegliedert.

Eine Besonderheit bei der Besetzung Heigenbrückens mit einem Pfarrer erinnert noch heute an die Errichtungszeit: Die Besetzung erfolgt alternierend, d. h. einmal ernennt die Bayerische Staatsregierung den Heigenbrückener Pfarrer in Übereinstimmung mit dem Bischof von Würzburg, das nächste Mal ernennt ihn der Bischof alleine.

Kirchenan- und -umbauten

1935 wurde die 1892/3 erbaute Kirche durch das Querschiff erweitert. Der Grundstein hierfür ist stark verwittert am Treppenaufgang zur Kirche von der Dorfstraße her zu erkennen.

1954 wurden die neugotischen Seitenaltäre aus der Erbauerzeit der Kirche entfernt und durch die Darstellungen vom Kirchenpatron S. Wendelin (rechte Chorwand) und der Gottesmutter (linke Chorwand) ersetzt. Beide Darstellungen sind mit Szenen aus dem Leben der beiden umgeben. Die Ausführung erfolgte durch Prof. Ortner, Hamburg. Entwürfe für die Neugestaltung des Chores blieben unausgeführt. 1972, z. Zt. Pfarrer Amrheins, wurde die Kirche gründlich umgestaltet, um mehr Platz für die Kirchenbesucher zu bekommen und um den liturgischen Vorstellungen des II. Vatikanischen Konzils zu entsprechen.

Eine neuerliche Restaurierung erfolgte 1998. Dabei wurde die Orgel wieder auf die Empore zurückversetzt, die 1972 abgehängte Kirchendecke entfernt, ein aus Saal an der fränkischen Saale stammender neoromanischer Marienaltar aus der Erbauerzeit unserer Kirche aufgestellt und die Kreuzweg-Stationen, aus der 2. Hälfte des 19. Jh. stammend, angebracht. Diese Stationsbilder stammen aus Lülsfeld bei Gerolzhofen. Im Nachgang der 1998 erfolgten Kirchenrenovierung wurden im Jahr 2001 für den beschriebenen Hochaltar die für die beiden Flanken des Altars bestimmten Heiligen-Figuren von Elisabeth und Zacharias orginalgetreu nachgeschnitzt, in der Farbkomposition des Hochaltars gefasst.

Im Frühjahr 2002 wurden daraufhin neue Postkarten gedruckt, die das Innere der Kirche im heutigen Zustand und die Prozessionsfigur des Heiligen Wendelinus wiedergeben.

Im Jahr 2003 fand im Mai das 100. Jubiläum der Kircheneinweihung als großes Fest und mit Besuch von Weihbischof Helmut Bauer statt. Als krönender Abschluß der von fast allen Heigenbrücknern als sehr gelungen empfundenen Neugestaltung wurde zum Fest "Kreuzerhöhung" des Jahres 2003 ein Chorbogenkruzifix aufgehängt, dass in seiner neoromanischen Fassung gut den Stil des Hochaltars aufnimmt und mit diesem korrespondiert. Das Kreuz wurde vom Künstler-Ehepaar Warrings, Bischofsheim/Rhön, geschaffen.

Unsere Seelsorger

Die Seelsorger von Heigenbrücken

Am 31. Dezember 1759 wurde in Wiesthal für die Filiale Heigenbrücken eine Kaplanei errichtet. Die Filiale wurde im März 1911 zur Expositur erhoben. Die Pfarrei Heigenbrücken wurde am 27. Mai 1916 von Bischof Schlör errichtet. Pfarrer von Heigenbrücken waren:

  • Ludwig Sauer, Kaplan in Wiesthal für Heigenbrücken vom 20.02.1909 bis 26.03.1911 und von da ab Expositus in Heigenbrücken, Pfarrer in Heigenbrücken 19.07.1916 bis 16.09.1920.
  • Anton Finsinger, geb. 26.09.1883 in Schwemmelsbach, Pfarrer in Heigenbrücken 08.10.1920 bis 22.10.1925, gestorben am 29.09.1933.
  • Eugen Mai, geb. am 14.01.1877 in Freudenberg am Main, Pfarrer in Heigenbrücken 19.10.1925 bis 05.08.1929, gestorben am 30.12.1932.
  • Karl Sauerbier, geb. am 13.10.1889 in Grossentaft (Kreis Hünfeld), Pfarrer in Heigenbrücken 01.09.1929 bis 1950.
  • Karl Amrhein, geb. 13.02.1910 in Klingenberg/Main, Pfarrer in Heigenbrücken 18.02.1951 bis 30.07.1982, gestorben in Lohr am Main am 21.05.1991.
  • Edwin Ziegler, geb. 02.11.1952 in Würzburg, Pfarrer in Heigenbrücken vom 03.10.1982 bis Januar 1991.
  • Hans-Joachim Grunenberg, geb. 06.08.1932 in Kurau/Ostpreußen, Pfarrer in Heigenbrücken vom 14.09.1991 bis 31.08.2000.
  • Oliver Wirthmann, geb. 16.07.1972 in Lohr am Main, Pfarrer in Heigenbrücken vom 01.09.2001 bis 31.08.2008
  • Pavel Anishchyk, geb. 17.11.1969 in Grodno, Weißrussland, Pfarrer für die Pfarreiengemeinschaft Hochspessart seit 01.09 2008 bis 20.10.2014
  • Pfarrer Manfred Hock ab 2015 als Pfarrvikar, ab 2019 als Pfarrer, 2022 Moderartor des Pastoralen Raums Spessart Nord, Weggang nach Lohr im Oktober 2024
  • Pfarrer Andreas Reuter seit 2024 Moderator im PR Spessart Nord. Von 2024 bis 2026 wirkte Vikar Alexander Berger in der PG, er wohnte im Pfarrhaus Rottenberg

Der Heilige Wendelinus

Wendelin gehört zu den besonders volkstümlichen Heiligen und genießt vor allem im Saarland, seiner Wirkungs- und Begräbnisstätte, und in Bayern große Verehrung. Künstler aller Jahrhunderte haben sich mit der Person des heiligen Einsiedlers befasst. Obwohl Wendelin nicht zu den klassischen 14 Nothelfern gehört, wurde er in bestimmten Regionen schon immer dazu gezählt. Er gilt als der große Schutzpatron der Hirten und Bauern. Wendelin-Kirchen gibt es inzwischen in der ganzen Welt, so auch in Südamerika, Afrika und sogar in China.

Die Lebensgeschichte Wendelins beruht zum größten Teil auf Legenden. Danach war er ein schottischer Königssohn und kam um das Jahr 555 zur Welt. Im Alter von 20 Jahren entschloss sich der von einem Bischof erzogene Wendelin, eine Wallfahrt nach Rom zu unternehmen. Dort soll er vom Papst gesegnet worden sein. Danach zog er wieder in Richtung Norden und kam schließlich nach Trier, wo er sich als Einsiedler niederließ.

Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, übernahm Wendelin Hirtendienste bei einem Adligen. Die Legende erzählt, dass er mit seinen Herden gerne zu einem weit vom Landgut entfernten Berg zog, um in Ruhe zu beten. Einmal nun kam sein Herr dort vorbei und war zornig, weil er annahm, dass Wendelin mit den Tieren nicht mehr rechtzeitig bis zum Abend in den Stall zurückkehren konnte. Als der Adlige jedoch zu Hause ankam, war Wendelin mit den Herden bereits eingetroffen. Er erkannte, dass dieser Viehhirte etwas Besonderes war, fiel vor ihm auf die Knie und bat ihm um Entschuldigung für sein ungeduldiges Verhalten.

Um sein Unrecht wieder gut zumachen, erfüllte der Adlige Wendelin einen großen Wunsch: Er erbaute dem Hirten in der Nähe des Gutes eine Einsiedlerzelle. Hier lebte Wendelin von nun an in Frieden und gab sich ganz dem Gebet und der Besinnung hin.

Bald hörten die Mönche des nahegelegenen Klosters Tholey von der frommen Lebensweise Wendelins. Eine Abordnung suchte den Einsiedler in seiner Zelle auf und überbrachte ihm die Nachricht, dass man ihn zum Abt des Klosters ernannt habe. Wendelin nahm die Wahl an und lebte fortan im Kloster Tholey, wo er im Jahr 617 auch gestorben sein soll.

Über die Beisetzung Wendelins gibt es ebenfalls eine berühmte Legende: Die Mönche von Tholey bestatteten ihren Abt in einem Grab. Am folgenden Morgen aber lag der Leichnam neben der Begräbnisstätte. Da spannten die Mönche zwei Ochsen vor einen Karren und ließen die Tiere den Körper Wendelins dorthin ziehen, wohin sie wollten. Und so, als ob sie den Weg schon viele Male gegangen wären, zogen die Ochsen den Wagen auf jenen Berg hinauf, wo der Einsiedler früher immer so gerne gebetet hatte. Dort wurde der Abt nun beigesetzt, und aus der Begräbnisstätte entwickelte sich bald eine berühmte Wallfahrtsstätte. Nach und nach entstand aus dem Pilgerort die Stadt St. Wendel an der Saar.

Auch heute noch pilgern viele Gläubige in die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Wendelinus in St. Wendel. Die kostbare Tumba und der schöne Schrein hinter dem Hochaltar gehören zu den bedeutendsten Erinnerungsstücken an den heiligen Einsiedler.

Gebetsorte

Neben unserer schönen Wendelinuskirche gibt es in unserer Pfarrei weitere Gebetsorte, die einladen zum Innehalten, zur Andacht, zum Gespräch mit Gott und der Hl. Gottesmutter Maria.

An erster Stelle sind hier unsere beiden Mariengrotten zu nennen, die beide nach dem Vorbild der Grotte von Lourdes gebaut wurden.

Die sogenannte "kleine Grotte" am obersten Ende der Marienstraße steht inmitten einer Kreuzung. Sie wurde von Eltern aus Dankbarkeit für die Rückkehr ihres Sohnes aus dem Krieg erbaut und wird noch heute von der Familie der Erbauer gepflegt.

Folgt man der Straße bergab Richtung Wildgehege, vorbei am Kreuz am Fusse des Hanges und biegt links ab, dann kommt man über einen geschotterten Waldweg zur sog. "großen Grotte" oder Bächlesgrotte. Sie liegt malerisch im Tal mitten im Wald an einem klaren Quellbach und wurde von drei Männer errichtet, die im Wald arbeiteten. Ein Ort der Ruhe inmitten Gottes schöner Schöpfung, der immer wieder Menschen anzieht, die ihren Dank, ihre Sorgen und Bitten vor die Gottesmutter tragen und um ihre Fürsprache bitten. Die Kerzen erzählen davon.

in ganz besonderer Gebetsort ist der Ölberggarten. Er wurde von Theo Kunkel, einem Ortsansässigen aus Liebe und Dankbarkeit auf einem Privatgrundstück errichtet. Einmal im Jahr in der Nacht des Gründonnerstag findet dort eine Andacht statt, bei der die Menschen versuchen dem betenden Jesus Christus vor seiner Gefangennahme und seinem Leiden nachzuspüren.

Neben diesen drei Orten, die zu jeder Zeit zum Gebet, zur Betrachtung und zur Stille vor Gott einladen, gibt es in der Umgebung zahlreiche Bildstöcke und Kreuze, die oftmals in der Nähe einer Bank errichtet sind, so dass ein Wanderer oder Spaziergänger Rast machen und sich auch innerlich beim Herrn ausruhen und wieder aufrichten kann.

Herz Jesu Kirche Jakobsthal Außenansicht

Wir sind die Filialgemeinde der Pfarrei Heigenbrücken und Teil der im Frühjahr 2008 neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft Hochspessart. Wir feuen uns, regelmäßig eigene Gottesdienste feiern zu können. Besonders bemühen wir uns, jedes Jahr mehrere Familiengottesdienste zu gestalten. Diese werden sehr gut angenommen.

Obwohl wir nur ca. 270 Katholiken sind, haben wir eigene Erstkommunionfeiern und regelmäßig ein kleines Pfarrfest. Der Seniorentreff Knöpphütte erfreut sich guten Zuspruchs und auch unsere Ministrantinnen und Ministranten bilden eine zuverlässige und aktive Truppe.

Über Jakobsthal hinaus bekannt ist der Berggottesdienst am Pfingstmontag, zu dem auch regelmäßig Wanderer aus den umliegenden Gemeinden kommen. Jährlich veranstalten wir eine Fußwallfahrt nach Mariabuchen zusammen mit unseren Mitchristen aus Heigenbrücken.

Im Jahr 2006 konnten wir mit Bischof Dr. Friedhelm Hofmann unser 125-jähriges Kirchweih- Jubiläumfeiern, zu dem wir unser Gotteshaus schön renoviert hatten.

Kirche St. Georg Heinrichsthal

Die Kuratiekirche St. Georg ist eine klassizistische Saalkirche und wurde 1833/35 aus Bruchsteinen erbaut. Sie folgte einer im 18. Jhd. entstandenen Kapelle an gleicher Stelle. 1938/39 musste sie erweitert werden.

An ihr Langhaus schließt sich im Osten ein eingezogener, halbrund geschlossener Chor an. Der stark ins Langhaus eingestellte Kirchturm steht im Westen. Die Wände des mit einem Satteldach bedeckten Langhauses sind mit Lisenen gegliedert, zwischen denen sich Bogenfenster befinden.

Das oberste Geschoss des Kirchturmes beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl. Die Innenräume von Langhaus und Chor sind mit Kassettendecken überspannt. Die Kirche ist denkmalgeschützt.


Auf der Empore steht eine Orgel mit 16 Registern, zwei Manualen und einem Pedal, die 1952 von Michael Weise gebaut wurde.

St. Jakobus Wiesen

Pfarrgeschichte 

Wiesen war von Anfang an eine Filiale der 1057 gegründeten Pfarrei  Lohrhaupten.
Im Jahr 1450 jedoch, als Wiesen Lehen des Stiftes St. Peter und Alexander in Aschaffenburg geworden war, wurde die Pfarrei dem Erzbischof Tyodrich von Mainz unterstellt. 1485 könnte die Pfarrei Wiesen gegründet worden sein, da Wiesen von dem Jahr an jährlich vier Gulden an den Pfarrer von Lohrhaupten zu zahlen hatte.
In der Amtszeit des ersten Pfarrers Johann Schönbub (1511 – 1538) wird die erste Pfarrkirche erbaut und schon wenig später erweitert.

Von den Glaubenswirren der damaligen Zeit blieb auch Wiesen nicht verschont: Die Sekte der Wiedertäufer konnte in Wiesen sechs Familien gewinnen, die vom letzten Rienecker Grafen Philipp III. jedoch von ihren Höfen vertrieben wurden. Der Erlös aus dem Verkauf ihrer Güter wurde der Kirche geschenkt.

Entstehung der Pfarrei Wiesen – Burgberg

Während Frammersbach, das schon seit 1298 Zinsen an die Mutterkirche Lohrhaupten zahlte, am 6. November 1485 abgetrennt wurde, war Wiesen bereits 1450 Pfarrei. Denn am 19. April dieses Jahres bekennt Johann Bretdoeger, Pfarrer zu Lohrhaupten, dass der Abschied wegen der Kirche zu Wiesen mit seinem Willen geschehen sei.

Mangels Urkunden ist leider über das Geschehen im 15. und 16. Jahrhundert wenig bekannt. Doch genügen die spärlichen Nachrichten zur Beleuchtung recht trauriger Verhältnisse und Drangsale infolge Religionsirrungen, Kämpfen und schrecklichen Krankheiten (Pest).

Als erster gemeinsamer Priester von Wiesen- Burgberg begegnet uns Johannes Schönbub 1511, präsentiert am 28. Juli durch Richard, Grafen von Rieneck, den geistlichen Richtern der Kirche zu Aschaffenburg. Dessen Testament aus dem Jahr 1538 findet sich im bayerischen Staatsarchiv zu Würzburg. In dieser Zeit legten die wenigen dem katholischen Glauben treu gebliebenen Katholiken des Biebergrundes um die Kapelle des Burgberges einen eigenen Totenhof an. Hier wurden seit dieser Zeit ab und zu von Wiesen aus Gottesdienste gehalten.

Graf Philipp III. wurde jedoch Mitglied des Schmalkaldischen Bundes der protestantischen Fürsten und führe ab 1540 die evangelische Lehre in allen seinen Pfarreien ein. 1597 wurde Petrus Eulner als lutherischer Pfarrer eingesetzt. Im gleichen Jahr wurde auch ein lutherischer  Lehrer nach Wiesen berufen.

Nachdem das Dorf wieder an Mainz zurückgefallen war, setzte aufgrund des damals geltenden Satzes „Cuius Regio, eius religio“ schon bald die Gegenreformation ein. 1605 unternahmen zwei Jesuiten, aus Lohr kommend, den ersten ernsthaften Schritt zur Bekehrung. Sie ging nur langsam vonstatten und wurde wahrscheinlich erst 1618 beendet.

Pfarrer Johann Pistorius (1606 bis 1610)
Pfarrer Johann Kreutter (1610 bis 1612). Beide verließen aufgrund zu geringer Vergütung Wiesen nach kurzer Zeit.

Pfarrer Philipp Württemberger, ab 1626 im Amt, wurde im Dreißigjährigen Krieg getötet und das Pfarrhaus zerstört. Wiesen blieb deshalb ganz ohne geistlichen Beistand;

Die Pfarrer Christian Back und Hermann Cruen betreuten ab 1646 die Pfarrei Wiesen von Wiesthal aus mit.

Erst 1660 bekam Wiesen wieder einen eigenen Pfarrer, der auch die wenigen Katholiken des Biebergrundes pastorierte: Johann Martin Nußbaum. Ihm wurde bis zur Wiederherstellung des Pfarrhauses eine Wohnung im Jagdschloss gegeben.

Sein Nachfolger, der Kapuzinerpater Martin von Kochem, ließ die alte Kirche reparieren. Im Gasthaus „Zum Kreuzwirt“, dem früheren Pfarrhaus, das zu seiner Zeit offensichtlich schon wieder hergestellt war, bezeichnet man heute noch ein Zimmer als „Kapuzinerstübchen“.

Pfarrer Johann Georg Cruse 1669 verstorben im Alter von 31 Jahren.

Einer der tatkräftigsten Geistlichen in Wiesen war Pfarrer Michael Büchte, der 35 Jahre lang, von 1689 bis 1724, die Pfarrei Wiesen betreute. Er stammte aus Olpe den Bau der jetzigen Kirche St. Jakobus in seiner Amtszeit erinnert noch ein Wappen des Mainzer Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn – das Mainzer Rad – mit der Jahreszahl 1723 an der nördlichen Außenseite. Der Geistliche selbst stiftete für das Gotteshaus zwei Altäre.

Ein Denkmal an der Wand der Kirche erinnert an den Nachfolger Karl Joseph Lucca, von 1724 bis 1745 Pfarrer von Wiesen. Er war der erste Geistliche, der aufgrund einer Verordnung außerhalb der Kirche begraben wurde. Seine Grabplatte ist an der nördlichen Außenwand der Kirche eingemauert.

Pfarrer Gnau kam nach kurzer Tätigkeit in Wiesen nach Großostheim und von da nach Oestrich im Rheingau.

Neben seiner Grabplatte ist auch die seines Nachfolgers Johannes Jakobus Reichert zu sehen, der von 1752 bis 1785 die Pfarrei verwaltete. Da die Schultheißenstelle in Wiesen 1772 eingegangen war, wurde unter ihm das Jagdschloss zum Pfarrhaus umgebaut und im Garten desselben ein Stall für Pferde, Rinder und Schweine, eine Scheune und ein Backhaus mit Holzschuppen errichtet. Er wurde als letzter Geistlicher neben der Kirche begraben.
Seine Nachfolger liegen auf dem 1701 außerhalb des Dorfes angelegten Friedhof:
Pfarrer Johann Philipp Sauer, 1786 bis 1830, ein sehr eifriger Priester und mutiger Verteidiger der pfarrherrlichen Belange in der Aufklärungszeit. Dem Filialdorf Jakobsthal verschaffte er von Dalberg 300 Taler zur Gründung einer dorfeigenen Schule. Mit seinen Pfarrkindern erlebte er viele Unbilden bei Durchmärschen von Truppen in der Franzosenzeit. Er starb am 3. April 1830.

Pfarrer Bernhard Klotzmann, 1849 bis 1860, starb am 11. Juli 1860 im Alter von 55 Jahren. Während seiner Amtszeit wurde der zehnt abgelöst und die Heiratsgesetze erleichtert.

Pfarrer Anton Maier, von 1861 bis zu seinem plötzlichen Tod 1869. Er wurde 50 Jahre alt.

Pfarrer Lockmann

Der vielleicht bedeutendste Seelsorger in Wiesen war Pfarrer Dr. Friedrich Frank (1873 – 1894), Schriftsteller, Reichs- und Landtagsabgeordneter. Er erwarb sich große Verdienste um die Landwirtschaft.


Daneben bemühte er sich um die Schaffung von Arbeitsplätzen für Kleinstbauern. So war er einer der Initiatoren  für die Gründung der Wiesener Brauerei, die vielen Wiesener Bürgern einen nahen Arbeitsplatz bot.
Zur Unterrichtung der männlichen Jugend richtete er in dem geräumigen Pfarrhaus und ehemaligen Jagdschloss eine Schülerwerkstätte ein, in der er zweimal wöchentlich die Jugend kostenlos in handwerklichen Arbeiten unterrichtete. Für alle Jugendlichen versuchte er, einen angemessenen und günstigen Arbeitsplatz zu beschaffen, die Waisen und die besonders armen Kinder unterhielt er sogar auf eigene Kosten während der gesamten Lehrzeit.
Für die weibliche Jugend errichtete er 1881 nahe der Kirche eine klösterliche Anstalt, in der die jungen Mädchen von erfahrenen Ordensschwestern in hauswirtschaftliche Fragen theoretisch und praktisch eingeführt wurden.
Auf Pfarrer Frank geht auch die Gründung des Herz-Jesu-Vereins zurück, dem damals auch noch soziale Aufgaben zufielen.
Die Jahreszahl 1883 auf dem Taufstein, zusammen mit dem päpstlichen Wappen erinnert an die Erweiterung der Kirche und dem Bau der Kreuzkapelle auf dem Kreuzberg. Jeden ersten Sonntag im Monat führte er die Gläubigen in feierlicher Prozession auf den Kreuzberg und hielt ihnen dort Predigt und Andacht.
Beim Heimatfest 1928 gedachte man des hundertsten Geburtstages dieses Wohltäters der Gemeinde und setzte ihm im Chor der Kirche ein würdiges Denkmal.

Zur Vervollständigung der Pfarrchronik sei den folgenden Pfarrers ehrenvoll gedacht:

Pfarrer Johann Augustinus Klübenspies, 1894 bis 1922, hielt zweimal Einzug in Wiesen. Er errichtete 1904 zum Andenken an das 50. Jubiläum der Unbefleckten Empfängnis zwei Grotten: die eine an der Pfarrkirche, die andere im Garten der Erziehungsanstalt.

Pfarrer Josef Müller, 1923 bis 1929

Pfarrer Gottfried Baunach, 1929 bis 1943, dem eine tiefe Frömmigkeit, Freude an der Liturgie und feierliche Gottesdienstgestaltung nach gerühmt wurde. Oft half er mit finanziellen Mitteln und traf Fürsorge bei Mittellosigkeit von Wiesener Bürgern. In seiner Unerschrockenheit kritisierte er öfter religionsfeindliche Umtriebe im sog. Dritten Reich in seinen Predigten.  Dies erbrachte ihm viele Anzeigen und Strafbescheide.  Ein Chronist schrieb: „Vierzehn Jahre wirkte er unter schwierigsten und widerlichsten Verhältnissen in hiesiger Gemeinde. Die unendlich vielen Kränkungen und der Aufenthalt im Gefängnis (zwei Monate 1936) hatten Geist und Leib des Pfarrers zermürbt. Er starb im Alter von 52 Jahren am 8. Juni 1943 im Juliusspital Würzburg.

Pfarrer Alois Christ, 1943 bis 1967, bescheiden, fromm und eigenwillig. Er wohnte als letzter Pfarrer im Alten Jagdschloss, das mit seinen hohen, dunklen Räumen als Wohnung sehr ungemütlich und teilweise auch feucht war. In seiner Amtszeit wurde die Pfarrkirche innen und außen renoviert und eine neue Heizungsanlage eingebaut.

Pfarrer Karl Oberle, 1969 bis 1980, war vorher in Unteressfeld. Für ihn wurde 1969 ein neues Pfarrhaus gebaut. Die Pfarrkirche wurde 1975 innen und außen neu hergerichtet, der alte Holzfußboden durch Steinfliesen ersetzt. Ferner wurden neue Beichtstühle, elektrische Läutmaschinen und eine neue Turmuhr installiert. An den Außenmauern wurden umfangreiche Isolier- und Trockenlegungsarbeiten durchgeführt.

Pfarrer Winfried Seifert ab Februar 1980 bis 1990 mit Dienstsitz im Pfarrhaus Heinrichsthal. Ihm oblagen auch die beiden Nachbargemeinden Heinrichsthal und Jakobsthal. Ihm bescheinigten seine Pfarrangehörigen außerordentliche seelsorgerische und organisatorische Fähigkeiten.
Primiz von Neupriester Wolfgang Senzel in seiner Heimatgemeinde am 5. März 1985

Pfarrer Joachim Kestler wurde ab September 1990 von Bischof Paul Werner Scheele mit der Pfarrei Wiesen und der Kuratie Heinrichsthal betraut. Der junge Geistliche verließ jedoch nach kurzer priesterlicher Tätigkeit schon bald wieder die Gemeinde. Er schied aus dem Priesteramt aus.

Pfarrer Norbert Reinwand  geb. 1950, ab 1. September 1991, auch Kuratus von Heinrichsthal
Generalsanierung der Pfarrkirche St. Jakobus 1995 mit einem Kostenaufwand von nahezu 500 000 DM. Arbeiten am Dachgebälk, Neueindeckung, Rundum-Erneuerung des Putzes bis zu zwei Meter Höhe wegen der aufsteigenden Feuchte, Neueinschieferung des Turmes, neue Ziffernscheiben für die Turmuhr, neuer vergoldeter Wetterhahn. 1996 komplette Sanierung der Treppe a m Haupteingang.
Er wechselte 1997 ins Dekanat Haßfurt



Pfarrer Oliver Wirthmann, geb. 1972, ab 1. 09.2001 Pfarradministrator von Heigenbrücken, ab 1.05.2002 Pfarrer von Heigenbrücken, wenige Monate danach Leiter der PG Hochspessart mit den Pfarreien Heigenbrücken, Wiesen, Filiale Jakobsthal, Kuratie Heinrichsthal, Neuhütten, Krommenthal und Wiesthal. 2008 Wechsel in die PG St. Hedwig im Kitzinger Land. Er schied am 15. 03. 2009 aus dem Amt.

Pfarrer Johannes Jansniewicz, geb. 1960, ab 2002 Pfarradministrator von Wiesthal, Kuratus von Neuhütten, 2003 Pfarrer von Wiesthal, 2008 bis 2012 Pfarrvikar der PG Hochspessart mit Titel Pfarrer

Pfarrer Pavel Anishchyk, geb. 1969 in Weißrussland, ab 2008 Leiter der PG Hochspessart/ Heigenbrücken. 2012 Teilung der PG. Wiesthal, Neuhütten und Krommenthal kamen zu Frammersbach. Die PG Hochspessart umfasste die Orte Heigenbrücken, Wiesen, Heinrichsthal und Jakobsthal, deren Leiter er blieb. Er verließ die PG am 20.10.2014.

Pfarrer Manfred Hock, geb. 1962, seit Anfang 2015 Pfarradministrator, seit 1.01.2019 Pfarrer der PG Hochspessart/ Heigenbrücken, seit 1.10. 2021 Moderatorpfarrer des Pastoralen Raumes Spessart Nord. Weggang 2024 nach Lohr

Pfarrvikar Alexander Berger, geb. 1984wirkte in der PG Hochspessart von 2024 bis 2026, bevor er im Oktober 2026 Teampfarrer von Hösbach und Goldbach wurde. Er wohnte im Pfarrhaus Rottenberg. Moderatorpfarrer des Pastoralen Raums Spessart Nord ist seit 2024 Andreas Reuter, sein Dienstsitz ist in Laufach.
 

Kreuzkapelle

Auf der Anhöhe oberhalb der Gemeinde Wiesen in Richtung Bamberger Mühle, auf dem sogenannten Kreuzberg steht eine Feldkapelle aus dem Jahr 1883, die für alle Wanderfreunde ein Begriff ist. Der Eselsweg führt unmittelbar an dem Heiligtum aus dem vergangenen Jahrhundert vorbei. Vor der Kapelle stehen 14 Kreuzwegstationen, die von großen Weymutskiefern umgeben werden.
Pfarrer Frank gab den Anstoß zum Bau der Kapelle zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Feldkapelle bereits verschiedentlich restauriert. Zunächst mussten 1945 die Kriegsspuren beseitigt werden. Die Kapelle war durch Artilleriebeschuss stark beschädigt worden.

An der Vorderseite neben dem Eingang steht ein Pestkreuz aus dem Jahr 1610.

Quellen:

Gemeinde Wiesen (Hg.): Wiesen – ein Dorf im Schatten der Spessarteichen, Gesamtgestaltung: Rainer Büdel, Wiesen 1991

Gemeinde Wiesen (Hg.): Wiesen – meine Heimat, Gesamtgestaltung: Rainer Büdel, Wiesen 1997

Gruppen und Angebote

Martin Fleckenstein, Vorsitzender
Kirchstr. 18
63869 Heigenbrücken-Jakobsthal
Telefon 06020/458
E-Mail: martin.fleckenstein@vodafone.de

Heigenbrücken-Jakobsthal

Klaus Fuhrmann, Kirchenpfleger
Im Gründchen 6
63869 Heigenbrücken
Telefon 06020/15 40
E-Mail: Fuhrmann.Jakobsthal@web.de

Wiesen

Hildebert Steigerwald, Kirchenpfleger
Telefon 06096/98 40 11

Heinrichsthal

Dieter Heßler, Diakon und Kirchenpfleger

Senioren Heigenbrücken

Seniorenkreis Heinrichsthal

Senioren Wiesen

Diakon Dieter Heßler

Kirchenmusik

Orgel in der Kirche von Heigenbrücken

Im Jahr 1730 wurde eine Kapelle erbaut, die bis 1891 existierte. 1892 folgte die gegenwärtige neugotische Kirche, ein Sandsteinbau mit drei Fensterachsen, eingezogenem Chor und Fassadenturm, der 1935/36 durch ein Querschiff nochmal beträchtlich erweitert wurde.

Die alte ruinöse Kapelle hatte womöglich keine Orgel. Für die neue Kirche bestellte man bei Bruno Müller in Aschaffenburg eine Orgel mit 10 Registern, die 1893 aufgestellt wurde. Das einfache Kastengehäuse stand bis 1972 auf der hölzernen Westempore.

Nach der Kirchenerweiterung 1935 baute Michael Weise aus Plattling 1940 die Orgel um und erweiterte sie auf zwei Manuale und 15 Register. Die Einweihung war im August 1940.

1972 wurde die Orgel von Orgelbau Weiß, Zellingen, an die gegenüberliegende Chorwand über den Altar versetzt, auf 19 Register erweitert und erhielt bei dieser Gelegenheit einen neuen Freipfeifenprospekt: dreiteiliger Sockel, der mittlere etwas vorgezogen und höher, die Pfeifen von der Mitte zu den Seiten ansteigend, dabei je zweimal abgesetzt. Die Einweihung erfolgte im März 1973.

Da sich der neue Standort nicht bewährte, transferierte die Firma Weiß 1998 nach einer Generalüberholung die Orgel wieder auf ihren Stammplatz auf der Empore und fertigte dazu ein neues Gehäuse. Die Einweihung geschah im Oktober 1998.

Quelle: Fischer Hermann, Orgeln der Region Bayerischer Untermain, Aschaffenburg 2004, herausgegeben vom Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.

Orgelempore in der Kirche St. Jakobus in Wiesen

Die Kirche von 1722/24 hat drei Fensterachsen und einen eingezogenen, dreiseitig endenden Chor. 1884 wurde sie nach Westen verlängert und 1872 der Turm angebaut.

1898 wurde unter Beibehaltung des Barockgehäuses von 1728 ein neues Werk von Adam Grünsfelder, Ochsenfurt aufgestellt:

  1. Manual C – f3
  1. Principal         8‘
  2. Bourdon          16‘
  3. Gamba            8‘
  4. Hohlflöte         8‘
  5. Octave             4‘
  6. Rohrflöte         4‘
  7. Mixtur 4fach
     
  1. Manual
  1. Liebl. Gedackt 8‘
  2. Salicional        8‘
  3. Flöte dolce      4‘

Pedal C – d1

  1. Subbass           16‘
  2. Octavbass       8‘

Kegelladen, pneumatische Traktur, Spielschrank, siebenteilig - dreitürmiger Prospekt mit der Turmfolge rund-spitz-rund und außen vorgezogenen Harfenfeldern; ursprünglich mit Akanhtusschleiern, die bei Beschädigungen 1945 verloren gegangen sind.
Bemerkenswert ist die nicht symmetrische Pfeifenstellung in den seitlichen Rundtürmen, für die es in der Region kein Vergleichsbeispiel gibt.

Nach 1945 wurden der Spieltisch ausgetauscht und Veränderungen im Pfeifenwerk vorgenommen. Einer Restaurierung erfolgte im Jahr …

Quelle: Fischer Hermann, Orgeln der Region Bayerischer Untermain, Aschaffenburg 2004, herausgegeben vom Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.

Orgel in der Kuratiekirche Heinrichsthal

1842 errichtete Anton Etthöfer aus Margetshöchheim die erste Orgel, ein Werk mit 9 Registern und einem dreiteiligen Prospekt. Die seitlichen Rechteckfelder von etwa 4‘ Höhe mit je 9 Pfeifen begrenzten ein niedriges Mittelfeld mit 25 Pfeifen, das auf flachem Segmentbogen leicht vorgewölbt war. Die Disposition der 7 Manual- und 2 Pedalregister ist nur unvollständig bekannt. Das Instrument versah etwa 110 Jahre seinen Dienst in der Liturgie.

1952 lieferte und erstellte die Firma Michael Weise, Plattling, die jetzige Orgel mit folgenden Stimmen:

  1. Manual C – g3
  1. Prinzipal          4‘
  2. Gemshorn       8‘
  3. Rohrflöte         8‘
  4. Quintade         4‘
  5. Nachthorn      2‘
  6. Mixtur 4fach   1 1/3‘
     
  1. Schwellwerk
  1. Salicional        8‘
  2. Gedackt          8‘
  3. Blockflöte        4‘
  4. Octave 2‘
  5. Gemshornquinte 1 1/3‘
  6. Sesquialter 2fach
  7. Scharf 3fach    1‘
  1. Pedal C – f1
  1. Subbass           16‘
  2. Principal         8‘
  3. Choralbass      4‘
  4. Zartbass          16‘ Abschwächung

Kegelladen. Pneumatische Traktur, freistehender Spieltisch, Normalkoppeln und Subkoppel II/I, 1 freie und 1 feste Kombinationen (MF, Tutti). Die Weihe erfolgte am 15. August 1952.

Quelle: Fischer, Hermann: Orgeln der Region Bayerischer Untermain, Aschaffenburg 2004, herausgegeben vom Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.

Empore der Herz Jesu Kirche Jakobsthal

Die Katholische Filialkirche Herz Jesu wurde 1880 im neuromanischen Stil erbaut und 1881 eingeweiht.

Um 1885 bewarb sich Anton Etthöfer aus Würzburg um den Auftrag für eine neue Orgel. Das Kostenangebot belief sich auf 1559 Mark. Das Projekt ist wohl nie zur Ausführung gelangt. Vielmehr soll vermutlich 1898 die alte ausrangierte Orgel aus der Pfarrkirche Wiesen in Jakobsthal aufgestellt worden sein.

Nach einer Skizze von 1917, die einen dreitürmigen Prospekt mit 13 – 17 Pfeifen im Grundriss wiedergibt, kann es sich aber nicht um den Prospekt von Wiesen handeln, der ja noch in Wiesen vorhanden ist. Da auch die Wiesener Orgelgeschichte noch nicht eindeutig geklärt ist, kann man nur konstatieren, dass Jakobsthal 1917 eine ältere Orgel mit Barockprospekt von nicht eindeutiger Herkunft besaß.

In den 1930er Jahren wurde diese Orgel entfernt und wohl durch ein Harmonium ersetzt, das mindestens bis in die 1970er Jahre in Gebrauch war.

1989 erwarb man für die Kirche ein Ahlborn-Elektrium für 14000 DM.

Quelle: Fischer Hermann, Orgeln der Region Bayerischer Untermain, Aschaffenburg 2004, herausgegeben vom Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.

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