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Spannende Einblicke in die heimatliche Kirchengeschichte

Das kirchliche Leben in unseren Ortschaften ist durch Fotos von Ereignissen und Kirchenbauten dokumentiert. Es befand sich immer im Wandel.

Sailaufer Kirchengeschichte

Die ehemalige Auferstehungskirche in Sailauf von 1971 des Architekten Emil Mai

Nachdem sich die Bevölkerung Sailaufs in der Nachkriegszeit fast verdoppelt hatte, wurde die alte Pfarrkirche St. Vitus bald zu klein für die Gläubigen. Seit 1958 sammelte die Gemeinde Spenden für einen Kirchenneubau, auch wenn zunächst über eine Erweiterung der alten St.-Vitus-Kirche nachgedacht worden war. Diesen Plan gab man aus denkmalpflegerischen Gründen auf. Schließlich realisierte der neue Pfarrer Josef Hämel-Köhler (Pfarrer von 1967 bis 2002) den Bau einer neuen Pfarrkirche zur Auferstehung Jesu Christi. Im Vorfeld waren zahlreiche Kirchenbaufeste zur Sammlung von Spenden veranstaltet worden. Der Standort der neuen Kirche auf dem ehemaligen Wirtschaftshof des Pfarrhauses auf halber Höhe des Kirchbergs wurde auf einer Bürgerversammlung festgelegt. Die Baupläne erstellte der Schweinfurter Architekt Emil Mai.

Am 18. Mai 1969 erfolgte unter Beisein des Würzburger Bischofs Dr. Josef Stangl und der Sailaufer Ortsbevölkerung die feierliche Grundsteinlegung. Bis heute erinnert der hinter dem Bürgerzentrum eingelassene Grundstein mit der Inschrift Josef 18. 05. 1969 an diesen Tag. Am 31. Juli 1970 konnte das Richtfest gefeiert werden, am 24. April 1971 weihte Würzburgs Weihbischof Alfons Kempf das neue Gotteshaus ein. In den Altar setzte er die Reliquien von St. Burkard, Georg und Fausta ein. Der neue Kirchturm erhielt ein fünfstimmiges Geläut auf einem Glockenstuhl aus Stahl. Zwei Glocken wurden 1969 neu gegossen, eine gotische Glocke von 1478 sowie zwei von 1951 wurden aus der Vituskirche überführt. Nur die mittelalterliche Glocke aus dem 14. Jahrhundert verblieb im Vituskirchturm.

In den folgenden Jahren erfuhr die moderne Kirche eine Ergänzung ihrer Ausstattung.  1974/75 baute die Orgelbaufirma Hey aus Urspringen/Rhön eine Orgel mit zwei Manualen, 1640 Pfeifen und 24 Registern ein. Das hölzerne Kastengehäuse hing hoch oben an der nördlichen Seitenwand. Auch eine Muttergottes mit Kind der Holzschnitzer Karl und Tilmar Hornung aus Bergtheim zog in die Kirche ein.

Die Auferstehungskirche in Sailauf war ein moderner Sichtbetonbau nach einem Entwurf des Architekten Emil Mai. Nach Norden in eine Senke des Kirchbergs eingefügt, nahm der Bau gleichzeitig eine exponierte Stellung im Ortsbild ein und war von Südwesten bis Osten weithin sichtbar. Über der an - und absteigende Dachlandschaft, die an eine Stelle aus der Offenbarung des Johannes erinnert – „Seht, das Zelt Gottes unter den Menschen!“ – erhob sich der Glockenturm.

Der Innenraum setzte konsequent die Bewegung des Außenbaus fort. Die Flügel bildeten im Innern mit dem Emporen-Seitenschiff vier „Kirchenschiffe“, die von den gezackten Dreiecksgewölben des auf riesigen, bis zu 34 Meter langen Deckenträgern ruhenden Holzdaches abgeschlossen wurden. Die Schiffe verjüngten sich zum Altar hin und liefen auf ihn zu.

Im Jahr 1985 kam das Altarbild des Auferstandenen in die Kirche.

Das durch eine großflächige Glaswand, von Westen in den Altarraum einströmende Licht wirkte durch eine vorgestellte Wand indirekt. Alle Betonglasfenster stammten vom Aschaffenburger Künstler Siegfried Rischar (1924 bis 2009)

Die sieben großen Träger, die auf den „Eingangsfächern“ auflagen, waren oberhalb des Altarbildes vor einem rechteckigen Fenster gebündelt. Die starken Lichtstrahlen fielen auf die Gestalt des Auferstandenen. 

Der Kirchenbau erschien in einer Form, die an das Höhlengrab Jesu anknüpfte und schuf gewissermaßen einen Ort der Auferstehung. Neben den großen Fensterflächen über den Eingangsportalen, seitlich des Altarraums und über der Empore, fanden sich an der Südostfassade neun übereinander angeordnete, runde Fenster. Sie glichen stilisierten Engelsflügeln oder Feuerzungen. Dasselbe Motiv war am Ambo, an den Kerzenhaltern im Chorraum sowie in Form von drei Fenstern an der Südfassade (Dreifaltigkeit) zu sehen. Das Innere der Kirche wurde vom Sichtbeton bestimmt, einen Kontrast bildet das Holz, das für die Leimbinder des Daches, die Bankreihen, die Beichtstühle, die Sakristeiwand, die Muttergottes- und Altarplastik sowie das Orgelgehäuse verwendet wurde. 

Wir leben in Zeiten des Umbruchs. Nach der Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit und dem Bau vieler moderner Kirchen gehen seit den 1980er Jahren die Kirchgängerzahlen zurück. Die über 600 Plätze der Auferstehungskirche waren nur noch zu besonderen Anlässen voll besetzt.

Der Unterhalt der Kirche (z.B. Heizung) war mit hohen Kosten verbunden, der Baufallbericht von 2002 wies die Auferstehungskirche als Sanierungsfall aus. Die nicht behobenen Schäden an den Leimbinderträgern aufgrund des undichten Daches ließen laut mehreren Gutachten keine Nutzung bei Schneelasten zu. Aus diesem Grund konnte am Ostersonntag, dem 23. März 2008 die Auferstehungsfeier und damit das Kirchen-Patrozinium zum ersten Mal nicht in der Kirche gefeiert werden. Man wich in den Saal des Pfarrzentrums aus.

Die St. Vitus-Kirche von 1789, die seit der Rekonsekrierung 1989 als Tauf- und Trauungskirche diente, erfuhr von 2006 bis 2008 eine Stabilisierung und Sanierung mit Zuschüssen des Bistums. Sie bekam als historisches Gebäude seitens der Diözese Vorrang vor dem modernen Bau.

Die Pfarrei Sailauf konnte aus eigener Kraft den Erhalt der Auferstehungskirche, so unbestritten ihr architektonischer Wert auch war, nicht bewerkstelligen. Zwei Kirchen für eine so kleine Gemeinde wie Sailauf erschien unrealistisch.

Der Umzug der Glocken in die St.-Vitus-Kirche leitete die Stilllegung der Auferstehungskirche ein. Zu Allerheiligen 2008 schließlich fand der letzte Gottesdienst in der Kirche statt.  Die St. Vitus -Kirche, war nach fast 40 Jahren wieder die Hauptkirche Sailaufs, darin feierte die Gemeinde zu Allerseelen, den 2. November 2008, den ersten Gottesdienst.

Schicksalstag der Auferstehungskirche war der 16. Januar 2009, als das Bau- und Kunstreferat sowie die Finanzkammer des Bistums Würzburg der Kirchenverwaltung Sailauf nahelegte, den zeitigen Abriss des Kirchenbaus zu beschließen. Da sich die Diözese bereit erklärte, die Kosten der Abrissarbeiten, sofern sie in naher Zukunft erfolgen würden, zu übernehmen, entsprach die Kirchenverwaltung der Empfehlung des Bistums. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit entfernte der damalige Bischofssekretär schließlich am 11. März 2009 die Reliquien aus dem Altar. Damit war die Kirche profaniert. Bischof Friedhelm Hofmann verfasste eine Profanierungsurkunde. Kurz darauf begannen die ersten Demontagearbeiten.

 

Seit 1888 sind die Pfarrer von Sailauf mit Fotos dokumentiert

1279  Heinrich von Scheckelnberg: Der Name eines Pfarrers in Sailauf ist erstmals 1279 aus Anlass der Incorporation (Einverleibung) der Pfarrkirche Sygeloufen in die Stiftsscholasterei Aschaffenburg überliefert. Das ungewöhnlich große und geschlossene Pfarrgut sollte der Scholasterie zugute kommen. Aus diesen Pfründen wurde aber auch in Sailauf ein Vikar oder Leutpriester entlohnt. Heinrich von Scheckelnberg war der letzte selbstständige Pfarrherr von Sailauf. Er starb 1331.

1316  Im Stiftsnekrolog Aschaffenburg ist am 7. 12. 1316 der Tod des Vicepleban zu Sylauff Werner aufgezeichnet.

1331  Die Pfarrei Sailauf wird vom Probst Johannes dem Vikar Bertholdus verliehen.

1350  Friedrich, Sohn eines Zimmermanns von Aschaffenburg war 1350 Pfarrer in Sailauf.

1374  Am 6.9. 1374 wird Pfarrer Cunrad zu Sylauff genannt.

1404  Peter Ohse wird 1404 und 1408 als Pfarrer erwähnt.

1449  Aus der Separations- (Trennungs-) – Urkunde von 1449 geht hervor, dass der Plebanuns in Sailauf Johannes hieß. Mit dieser Urkunde wurde die Filialkirche Unterbessenbach (St. Jörgen) mit Straßbessenbach von der Mutterpfarrei Sailauf (matrix ecclesia) abgetrennt.

1533  Pfarrer Johannes Schimmel. Danach noch 1533 Pfarrer Johann Ruppich.

1543  Pfarrer Johann Hopfgart verstarb vor 1543 an der Pest.

1546  Pfarrer Johann Schmyd versprach in diesem Jahr dem Scholaster, noch drei Jahre in Sailauf   zu bleiben.

1559  Pfarrer Büttner

1573  Pfarrer Valentin Stenger

1575  Pfarrer Matthias Barth aus Lanpach bis zu seinem Tod 1595. Er lebte im damals nicht unüblichen Konkubinat und hatte fünf Kinder.

1596 Pfarrer Michael Drisch wechselte bald nach Distelhausen.

1597 Pfarrer Adolf Herman Lauterbach kam 1597 aus Fulda. Noch 1597 ging er nach Dieburg. Von ihm gibt es unrühmliche Berichte von Zechereien mit Konkubine und Sohn.

1597  Pfarrer Nikolaus Schon wird Pfarrer von Sailauf.

1598  Bernard Bopp amtierte von 1598 bis 1628 als Pfarrer in Sailauf. 1628 versuchte sich Bopp vor den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges durch die Flucht zu retten und blieb verschollen.

1635  Pfarrer Lang, „ein gelehrter und lobenswerter Mann“, starb 1635. 

1642  Pfarrer Cornelius Ihrs

1650  Der Ernstkirchener Pfarrer Johann Gudeschal betreute als Vicecuratus 1650 die verwaiste Pfarrei Sailauf.

1662  Pfarrer Johann Conrad Stein beginnt im Jahre 1662 mit dem Anlegen der heutigen Kirchenbücher der Pfarrei Sailauf. Er amtierte wohl bis kurz vor der Jahrhundertwende.

1698  Pfarrer M. Simon Hammelmann. Nach ihm ab April 1698
Pfarrer Georg Adam Bozenhard, der dann 1701 bis 1743 Pfarrer in Kleinostheim war.

1701  Franz Philipp Frank 1701 bis 1729 Pfarrer von Sailauf. 1711 bis 1714 Pfarrverwalter in Hösbach.

1729  Pfarrer Johann Peter Büchel

1730  Pfarrer Christian Erwein Grübler, bis zu seinem Tod 1752 in Sailauf. Er würdigte seine Gemeinde kaum eines Eintrages im Kirchenbuch. Um diese Zeit hatte sich zwischen Sailauf und Rottenberg eine Niederlassung von Eremiten gebildet Die Eremiten wurden vom Sailaufer Pfarrer als Lehrer im Schuldienst eingesetzt. 1805 soll die Eremitage abgebrochen worden sein.

1753  Sebastian Büttner war von 1753 bis zu seinem Tod am 3.5. 1769 Pfarrer in Sailauf. Er ist 1774 in Weiler geboren Die neue Kirche in Keilberg war 1747 von ihm erbaut worden.

1769  Pfarrer Imhoff

1781  Pfarrer Anton Köhler erneuerte 1789/90 die uralte St.-Vitus-Kirche zu Sailauf. Nach 1805 wurde er Pfarrer von Kleinwallstadt, wo er 1807 starb.
Im Zuge der Säkularisation wurde auch das Stift zu Aschaffenburg säkularisiert. Infolgedessen wurde die Pfarrei Sailauf durch Anordnung des Erzbischofs von Mainz dem „Schul- und Studienfonds“ zugeteilt.

1806  Franz Anton Sambach, geb. 1767 in Aschaffenburg und Kaplan in Sailauf bekleidete das Amt des Pfarrers von Sailauf von 1806 bis zu seinem Tod 1831.

1832  Pfarrer Andreas Staab. Nach der Eingliederung in Bayern war das Besetzungsrecht der Pfarrstelle vom Kollegiatstift in Aschaffenburg auf den bayerischen König übergegangen. Andreas Staab, geb. 1792 in Wenighösbach bewarb sich als weiland Pfarrer in Geiselbach um die Sailaufer Pfarrstelle und hoffte, „der allerhöchsten Gnade würdig zu sein.“. Er war es. Bis zu seinem Tod 1855 blieb er in Sailauf und erbaute das heutige Pfarrhaus (1846).

1856  Pfarrer Peter Bischoff, geb. 1803 zu Mömbris. Er war damals Pfarrer zu Eisenbach und bewarb sich nach Sailauf. Er blieb bis 1863.

1864  Pfarrer Georg Joseph Wolf von 1864 bis 1868.

1868  Pfarrer Kaspar Roth von 1868 bis 1872.

1872  Pfarrer Franz Joseph Kolb von 1872 bis 1880.

1880  Pfarrer Markus Lutz, eingesetzt von König Ludwig II. Er blieb bis 1888.

mit Fotos dokumentiert:

1888  Pfarrer Bonaventura Ruf, geb. am 29.10. 1859 in Bürgstadt. In Sailauf wurde er Dechant und Geistlicher Rat und versah sein Amt 50 Jahre lang in Sailauf – bis 1938. In seinem Alterssitz Rüdenschwinden starb er am 3.1. 1939 und hat auf dem Kirchhof zu Sailauf seine letzte Ruhestätte gefunden.
 

1938  Pfarrer Sebastian Kleinschrodt wirkte von 1938 bis 1948 in Sailauf. Geboren am 21. 10. 1900 in Hopferstadt, zum Priester geweiht am 13. 04. 1924. Er starb am 13. 06. 1962 in Riedenheim. 
 

1948 Pfarrer Josef Dotzel, geboren am 19.10. 1907 in Lindach. Er wirkte segensreich bis 1957 in Sailauf. Er starb am 30. 01. 2002 in Bad Kissingen. 

 

1958 Pfarrer Erhard Blassauer, wirkte von 1958 bis 1961 in Sailauf. Er starb 2004.  

1961 Pfarrer Bernhard Haaf, geboren am 30. 10. 1930, wirkte in Sailauf von 1961 bis 1967.

Er hatte die alte St.-Vitus-Kirche in Kreuzform erweitern wollen. Er starb am 5. 12. 2010 in Schweinfurt und wurde am 10. 12. 2010 in seinem Heimatort Randersacker beigesetzt.  

1967 Pfarrer Josef Hämel-Köhler, geb. am 25. 11. 1928. Er war Pfarrer von Sailauf von 1967 bis zum Herbst 2002.

In seiner 35-jährigen Amtszeit wurden die moderne Auferstehungskirche (1971) und das Jugendzentrum (1977) erbaut. Das Pfarrhaus wurde umgebaut und erhielt ein Flachdach. 1989 erfolgte die Wiedereinweihung der inzwischen profanierten und auf Veranlassung des Fördervereines renovierten St-Vitus-Kirche. Er starb am 7. 2. 2003 und ist auf dem historischen Friedhof in Sailauf beigesetzt.

2002 Pfarrer Klaus König, geb. 1962. Weihe am 15. Februar 1992 im Würzburger Dom.

Er war seit 1997 Pfarrer von Rottenberg und Kuratus von Feldkahl. Als Pfarrer von Sailauf und Eichenberg wurde er am 1. 10. 2002 eingesetzt. Unter seiner Amtszeit wurde das Pfarrhaus für einen symbolischen Preis an die politische Gemeinde übergeben, die es unter hohem Kostenaufwand renovierte und 2007 zu einem Kulturhaus umgestaltete. Die St. Vitus-Kirche wurde einer grundlegenden Generalsanierung (2006 bis 2008) unterzogen und wieder reguläre Pfarrkirche für Sailauf. Aufgrund von Baufälligkeit, zu hoher Unterhaltskosten und schwindender Besucherzahl wurde die moderne Auferstehungskirche unter der Regie der Diözese von Juli bis September 2009 abgebrochen. Pfarrer König verließ die Pfarreiengemeinschaft im September 2009.

 

2010 Pfarrer Uwe Schüller geb. 1970 - Weihe am 26. Mai 2007 im Würzburger Dom

Primiz am 28. Mai 2007 in der Pfarrkirche Kleinbardorf, seinem Heimatort.

Feierliche Amtseinführung als leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft "St. Vitus im Vorspessart" am 26. September 2010 in der Pfarrkirche St. Vitus in Sailauf. Er verließ die Pfarreiengemeinschaft im Mai 2018.

2018 Pfarrer Andreas Reuter (Jahrgang 1966, geb. in Breunsberg) – Weihe 1997 im Würzburger Dom. Seit März 2011 Pfarrer von Laufach, seit Mai 2018 auch Pfarrer von Rottenberg und Sailauf. Seit 2024 Moderator des Pastoralen Raumes Spessart Nord mit 11 Gemeinden.

Schwestern Otmara Strauß (links) und Hiltraud Budian vor dem Eingang zur Dachgeschosswohnung im Schwesternhaus

Von 1914 bis 2008 lebten und wirkten Schwestern vom Orden der Dillinger Franziskanerinnen in Sailauf.

1914 bestellte der Sailaufer Pfarrer Bonaventura Ruf Schwestern des Ordens nach Sailauf zur Kinderbetreuung, Handarbeitsunterweisung und Krankenpflege.

Seit 1914 nennt das Protokollbuch die Oberinnen Schwester Silwina, Schwester Epiphania und Schwester Wolfreda. Im Konvent zusammen lebten anfangs immer vier Schwestern, die jeweils für den Handarbeitsunterricht, die Kinderbetreuung, die Krankenpflege und die Hauswirtschaft zuständig waren.

Es wurde der St. Johanniszweigverein gegründet. Seine Aufgaben waren die Unterhaltung der Kinderbewahranstalt, Sorge für den Lebensunterhalt der Schwestern, Ausbau der Krankenpflege, sowie die Hebung und Förderung der gesundheitlichen Verhältnisse der Gemeinde.

1921 kam Schwester Cantina Beckenbauer nach Sailauf. Sie arbeitete 45 Jahre als
Krankenschwester in Sailauf und Eichenberg. Die Gemeinde ernannte sie zur
Ehrenbürgerin von Sailauf. Sie starb 1966.

1942 Schwester Heriberta, sie war Oberin bis 1951

1945 Schwester Elisabeth, sie kümmerte sich um Küche und Kinderbetreuung bis 1948

1951 Schwester Euthymia, Oberin bis 1952

1952 Schwester Perusina, Oberin bis 1954

1954 Schwester Immolata, Oberin bis 1956

1956 Schwester Hermelanda, Oberin bis 1962

1962 Ehrenfrieda Rettenegger Oberin, sie trat 1971 in den Ruhestand und starb 1988

Salvia Wiedemann, Kochschwester, sie starb 1989

1971 Schwester Otmara wird Oberin

1954 kam Schwester Otmara Strauß nach Sailauf und übernahm die eingruppige Kinderbewahranstalt. Mit ihr kam Schwester Imolada Mogel als Handarbeitslehrerin. Es waren 80 Kinder zu betreuen. Der Beitrag belief sich anfangs auf 50 Pfennige pro Woche. 1974 wurde der Kindergarten durch einen Anbau erweitert.

1997 wurde Schwester Otmara nach 43jähriger Leitung des Kindergartens in den Ruhestand verabschiedet. In der Würdigung ihrer Lebensleistung stellte Bürgermeister Gerhard Steigerwald fest, Schwester Otmara habe aus der ehemaligen Kinderbewahranstalt einen modernen Kindergarten gemacht. Zu diesem Zeitpunkt endet die Leitung des Sailaufer Kindergartens durch die Dillinger Franziskanerinnen. Ihre Nachfolgerin wird Frau Uta Körbel.
Den Festgottesdienst zelebriert der aus Sailauf stammende Priester Achim Wenzel,
der selbst auch ein Kindergartenkind bei ihr gewesen war.

2004 am 26. September feierte Schwester Otmara ihr Goldenes Profess- und Ortsjubiläum und
erhielt von Bürgermeister Gerhard Steigerwald den Ehrenbrief der Gemeinde Sailauf. Die Festpredigt hielt Ortspfarrer Klaus König, Konzelebranten waren Pfarrer Achim Wenzel, ein gebürtiger Sailaufer und Dr. Joseph Martin Ojeka aus Nigeria. Zahlreiche Mitschwestern aus verschiedenen Konventen, u.a. Bamberg und Aschaffenburg waren zu Gast.

Schwester Otmara erfüllte auch im Ruhestand noch vielfältige Arbeiten in der Pfarrgemeinde: Sie versah gewissenhaft den Küsterdienst, war Lektorin und Kommunionspenderin im Gottesdienst, brachte die Krankenkommunion, organisierte Besuchsdienste für Alte und Kranke, kümmerte sich um die Kirchen- und Kindergartenwäsche, sowie die Verteilung des Sonntagsblattes. Alle vier Wochen bereitete sie die die Messfeier in der Hauskapelle des Schwesternhauses vor.

„Das Wichtigste für mich ist der Glaube an Gott. Er schenkt mir Sicherheit und Geborgenheit und gibt mir Kraft und Mut zum Leben.“ (Sr. Otmara)

1989 kam Schwester Hiltraud nach Sailauf. Zuvor war sie 24 Jahre lang Kindergartenleiterin in Lohr und 10 Jahre in Hochspeyer. Weitere sieben Jahre war sie für die Küche im Konvent in Ottersbach bei Kaiserslautern zuständig.

2001 feiert sie ihr Goldenes Professjubiläum in der Vituskirche unter dem damaligen Pfarrer Josef Hämel-Köhler.

2005 feiert sie im Kreise zahlreicher Mitschwestern aus nah und fern ihren 80. Geburtstag. Bis zur Auflösung des Konventes 2008 versah Schwester Hiltraud neben dem Küchendienst auch die Pflege der Kirchenwäsche, betete den Rosenkranz vor der Werktagsmesse und den Requien vor, bastelte Weihnachtssterne für die Mission und sang begeistert im Gesangverein „Sängerlust“.

Schwester Otmara Strauß und Schwester Hiltraud Budian bewohnten das Dachgeschoss des Schwesternhauses über den Kindergartenräumen. Sie pflegten einen festen Tagesrhythmus, in dem das Gebet von der Laudes am Morgen über die Meditation bis zur Vesper am Abend eine tragende Rolle spielte.

„Das Gebet ist eine Macht, die man heutzutage viel zu wenig schätzt“, sagt Schwester Otmara.

Die Schwestern sahen ihre Hauptaufgabe in der „helfenden Liebe für die Pfarrgemeinde“. Sie standen mitten im Gemeindeleben und waren mit den Sorgen der Menschen vertraut. Wenn jemand an der Tür klingelte, waren sie für ihn da. „Nur was man aus Liebe tut, wird keine Last.“ waren sie einer Meinung.

2008 wurde der Schwesterkonvent in Sailauf aus Altersgründen aufgelöst, die Hauskapelle profaniert. Schwester Otmara und Schwester Hiltraud lebten danach bis zu ihrem Tod im Mai bzw. Juni 2021 im Alten- und Pflegeheim des Ordens in Lohr-Sendelbach.

2009 Zum Dank für ihr verdienstvolles, segensreiches Wirken im kirchlichen und kommunalen Bereich Sailaufs ehrten Pfarrgemeinde und politische Gemeinde die Schwestern Otmara Strauß (77) und Hiltraud Budian (83) vom Orden der Dillinger Franziskanerinnen. Nach ihrem Wegzug im November 2008 ins Schwestern-Pflegeheim nach Lohr-Sendelbach fand am 17. Mai 2009 ihnen zu Ehren ein Festgottesdienst in der St.-Vitus-Kirche statt. Zelebranten waren Ortspfarrer König und Pfarrer Goldhammer, Ruhestandspriester in Lohr. Zahlreiche Fahnenabordnungen der Ortsvereine, Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte, Erzieherinnen, Freunde, Verwandte und Wegbegleiter feierten den Gottesdienst mit, der von Hubert Fuß an der Orgel und dem gemischten Chor des Gesangvereins Sängerlust musikalisch umrahmt wurde. Bürgermeister Michale Dümig verlieh Schwester Otmara die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Sailauf für ihre Lebensleistung, die 43jährige Leitung des Kindergartens St. Josef. Schwester Hiltraud erhielt für ihre unermüdliche Mitarbeit in der Pfarrei seit 1989 eine Dankurkunde.

Stellvertretend für den Orden der Dillinger Franziskanerinnen dankte die Provinzvikarin Schwester Viola Büttner aus Bamberg den Gemeindemitgliedern für die gute Zusammenarbeit seit 1914: Zwischen Konvent und Gemeinde sei es stets ein gegenseitiges Geben und Nehmen gewesen. Die Ortsbewohner hätten die Schwestern all die Jahre unterstützt, geehrt und geachtet. In dieser Stunde erfülle uns die Aussage aus dem Buch Kohelet im Alten Testament mit Wehmut, Demut, aber auch Dankbarkeit und neuer Hoffnung: „Alles hat seine Stunde und es gibt eine Zeit für jedes Vorhaben unter dem Himmel.“

Bei strahlendem Sonnenschein, Weißwurstfrühstück und Blasmusik, dargeboten vom Musikverein im Hof des Kindergartens begrüßten die Kindergartenleiterin Frau Uta Körbel und Frau Dr. Ursula Silber vom Vorstand des St.-Johanniszweigvereines die Gäste. Frau Körbel bedankte sich für die jahrelange gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit mit den Schwestern. Sie seien auch im Ruhestand die guten Geister im Haus und stets eine große Hilfe gewesen. Kinder des Kindergartens sangen ein Ständchen und schenkten Blumen. Viele Gemeindemitglieder suchten die Begegnung und das Gespräch mit den Schwestern, denen Sailauf zur zweiten Heimat geworden war.

14. Juli 2013 Jubiläumsfest 100 Jahre Kindergarten Sailauf

13. September 2013 Einweihung Kinderkrippe Flohkiste im Bürgerzentrum

19. Juli 2015 Neueinweihung nach Generalsanierung des Kindergartengebäudes

Juli 2021 Eröffnung der Kinderkrippe „Abenteuerhaus“ auf dem Gelände der ehemaligen Auferstehungskirche

Bildergalerien zur Kirchengeschichte Sailaufs

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