Im Jahr 1930 beschloss Kilian Hohn, Schlosser in Laufach eine Mariengrotte zu errichten. Schon lange hatte ihn der Wunsch beseelt, seiner Marienverehrung, gefestigt durch seine Begegnung mit der Marienerscheinung in Lourdes, durch den Bau einer Grotte Ausdruck zu verleihen.
Zusammen mit seinem Nachbarn Kilian Kirch behaute er den Fels um die Grotte für die 68 cm hohe Lourdes-Statue. Am 18. Oktober 1930 wurde das Werk fertig gestellt. Eingeweiht wurde die Grotte von Pfarrer Dr. Engelbert Weigand, der ein großer Förderer der Sache gewesen war.
1931 wurde die obere Terrasse für mehr als 100 Personen angelegt und Bänke errichtet, gleichzeitig entstand der untere Aufgang zur Grotte. Auch zwei Danktafeln – eine davon für den heiligen Bruder Konrad – wurden angebracht.
Nachdem mit der Zeit der Zuspruch zur Mariengrotte immer größer wurde, beschloss man, auf dem Gelände vor der Grotte eine schönere und größere zu errichten. Kilian Hahn, Kaufmann Karl Fuß und Fabrikant Michael Reis setzten dieses Vorhaben um, und ließen 1933 von Karl Büttner aus Laufach einen Plan hierfür erstellen. Maurermeister Ferdinand Röll aus Königshofen verwandelte die roh behauenen Steine zusammen mit vielen freiwilligen Helfern in eine Grotte. Am 9. Mai 1933 war der Bau vollendet. Am Pfingstsonntag fand die Einweihung statt. Der Glockenturm wurde im Oktober 1933 aufgesetzt. Im Jahre 1934/35 erfolgte die Errichtung der Bruder-Konrad-Grotte, der Votivhalle, der Kreuzwegstationen, der Kanzel sowie der oberen Mauer.
Von 1930 bis 1938 wurden 26 Votivbilder bei der Grotte aufgehängt. Bis 1939, als die nationalsozialistischen Machthaber endgültig jede Prozession zum Wallfahrtsort verboten zog Laufach jeweils an einem Sonntag im Mai, am Kreuzsonntag, an Mariä Himmelfahrt und an einem Sonntag im Oktober zur Grotte.
Zur 50jährigen Grundsteinlegung am 25. August 1980 dankte Kilian Hahn noch einmal allen treuen Helfern und Spendern, die es seinerzeit durch ihren großen Einsatz möglich gemacht hatten, eine Stätte der Marienverehrung zu schaffen, die der „unermüdliche Erbauer“ der Kolpingfamilie Laufach mit Freude anvertrauen konnte und die noch heute ein Ort zur beschaulichen Andacht ist.
Informationen angelehnt an: Konstantin Reich: 900 Jahre Laufach, Beiträge zur Geschichte der Gemeinde, überarbeitet und ergänzt von Renate Welsch und Casten Pollnick, herausgegeben von der Gemeinde Laufach unter Mitarbeit von Viktor Münz, dem Vereinsring Laufach und der Gemeindeverwaltung, Laufach 1984, zweite unveränderte Auflage 1998